Eberfingen

Eberfingen

liegt im Wutachtal, direkt an der Schweizer Grenze und ist seit dem 01.10.1974 einer von 10 Stadtteilen der der Stadt Stühlingen (Landkreis Waldshut). Bei einer Gemarkung von 781 ha zählt es ca. 370 Einwohner. Vor der Stilllegung der Wutachtalbahn war Eberfingen Bahnstation an der Linie Waldshut - Immendingen. Am linken Ufer der Wutach führt die B 314 vorbei.

Wo kommen wir her

Geschichte Eberfingens


Die erste urkundliche Erwähnung über Eberfingen findet man um 929 in den Aufzeichnungen des Klosters St. Gallen als "Eperolfvingga". Der Name selbst geht auf den Kämmerer "Eperulf" des fränkischen Königs Chilparich zurück (Ende 6. Jh.).


Weitere Beweise für eine frühe Besiedelung Eberfingens sind:

• Steinpflasterung der alten Römerstraße Hallau - Eberfingen - Mauchen

• Steinplattengräber nordöstlich der Kapelle und an der Wolfshalde mit entsprechenden Grabbeigaben


Der Ort erscheint 1448 in Urkunden erstmals als EBERFINGEN.

Im Bauernkrieg von 1525 wird als einer der Wortführer ein "Hans Wirth von Eberfingen" genannt. "Nichts als Gottes Gerechtigkeit" stand auf der Fahne der Bauern, als sie sich gegen den Grafen von Lupfen auflehnten. Doch der Aufstand wurde blutig niedergeschlagen.


Seit 1501 existierte in der Talsohle an der Wutach, am Ortseingang von Eggingen her, ein Eisenschmelzwerk . Aber erst durch den Vertrag vom 26.07.1622 zwischen Abt. Martin I. von St. Blasien, Landgraf Maximilian von Stühlingen und Landgraf Karl Ludwig Ernst von Sulz, der mit seinem Bruder Alwig den Klettgau regierte, gelangte das Schmelzwerk zu seiner größten Bedeutung:

Es bestand aus 1 Schmelzofen, 2 Schmieden, 4 Kohlehütten und einigen Schuppen. Ein Grund für den Standort in Eberfingen war einmal die zentrale Lage zwischen den drei Herrschaftsbereichen. Zum anderen konnte die Wutach zum Waschen des Erzes, zum Betrieb der Eisenhämmer und zum Flößen des notwendigen Holzes genutzt werden.


Verarbeitet wurde vorwiegend Bohnerz aus dem Klettgau, aus Schaffhausen und aus der Gegend um Engen. Das erforderliche Holz wurde im Feldberggebiet von Tiroler Holzfällern geschlagen (so auch: "Holzschlag"). Im Frühjahr wurden die Stämme dann unter Ausnutzung des Hochwassers durch den Titisee - Gutach - Wutach nach Eberfingen geflößt.


Während des 30-jährigen Krieges (1618 - 1648) konzentrierten sich die Betreiber des Eisenschmelzwerkes auf die Herstellung von Kanonenkugeln.


Beispiele über die Eisenproduktion:

- 1649 - 2948 Ztr.

- 1675 - 6210 Ztr.


Aus dieser Zeit stammt auch die Prägung der "Eberfingischen Bergmünzen" die heute ungewöhnliche Raritäten sind (Kupfer- und Messingmünzen). Diese Münzen haben der Abrechnung des Arbeitslohnes und dem Einkauf in werkseigenen Wirtschaftsbetrieben gedient.


Mitte des 18. Jahrhunderts wurde im Schwarzwald das Holz allmählich knapp, so dass 1761 der Betrieb des Hüttenwerks eingestellt wurde. - Heute zeugt nur noch schwarze Erde am Wutachufer von der einstigen Eisenproduktion in Eberfingen.


Weithin sichtbar im Wutachtal ist die Kalvarienbergkapelle, auch bekannt unter dem Namen "Eberfinger Kapelle". 1733 wurde sie von Franz Josef Wald-Furtner, Sohn eines Laboranten der Eisenschmelze erbaut. Wald-Furtner diente in der kaiserlichen Armee in Wien. Bei einem Heimaturlaub scheuten seine Pferde am "Eberfinger Stich" und er sei, wie durch ein Wunder, bei dieser Sturzfahrt unverletzt geblieben. Das in Todesangst gegebene Gelübde, eine Kapelle zu bauen, wurde dann verwirklicht. In den Jahren 1990/91 wurde die Eberfinger Kapelle umfassend saniert.


Am Platz der Kapelle stand

nursprünglich drei Tannen.Diese mussten dem Bauwerk weichen und bilden seither das Ortswappen.


Bekannt wurden in der Folgezeit auch die "Eberfinger Steinbrüche", aus denen zahlreiche Brunnentröge im Wutachtal gebrochen wurden. Die Steine wurden aber auch zum Bau des Kehrtunnels Lausheim - Blumegg - Fützen und der Rheinbrücke Waldshut - Koblenz (CH) verwendet.

Die "wild fließende" Wutach richtete in Eberfingen im Lauf der Zeit immer wieder beträchtliche Schäden an. Bekannt sind Hochwasserschäden aus den Jahren 1762, 1778, 1884, 1895, 1940, 1953 und 1990.


neue Wutachbrücke

(gebaut 2002)

Eberfingen ist Filialgemeinde der Pfarrei Stühlingen . Die alte Kirche des früheren Pfarrortes wurde zu Wohnungen umgebaut. Die heutige Kirche "St. Peter und Paul" wurde 1836 von dem Donaueschinger Bartholomäus Weber im klassizistischen Stil ("Weinbrenner-Stil") erbaut. 1895, Ende der 50-er Jahre des 20. Jahrhunderts, sowie in den Jahren 1997 bis 1999 erfuhr sie gründliche Renovationen.

In der Gegenwart präsentiert sich Eberfingen als beschauliche Wohngemeinde mit sehr guter verkehrsmäßiger Anbindung im Wutachtal. Das Leben im Dorf ist im wesentlichen geprägt durch das Wirken der örtlichen Vereine (Musikverein, Freiw. Feuerwehr, Kirchenchor, Kath. Frauengemeinschaft, Altenwerk, Narrenverein) und des Engagements von Ortsvorsteher, Ortschaftsrat und anderer uneigennützig tätig werdender Bürger.

nach oben